Es gibt viele gute Bücher, die scheitern.
Nicht, weil sie schlecht geschrieben sind.
Nicht, weil sie belanglos wären.
Sondern weil Güte allein nicht reicht.
Ein gutes Buch garantiert keine Leser.
Keine Sichtbarkeit.
Und keinen Erfolg.
Umstände außerhalb des Inhalts
Bücher scheitern oft an Umständen,
die nichts mit ihrem Inhalt zu tun haben.
Falscher Zeitpunkt.
Falscher Kontext.
Oder schlicht zu wenig Aufmerksamkeit
in einem überfüllten Markt.
Manche Bücher erscheinen zu früh.
Andere zu spät.
Und einige genau dann,
wenn niemand hinschaut.
Die Rolle der Erwartung
Ein weiterer Grund ist Erwartung.
Wenn ein Buch falsch eingeordnet wird,
lesen es die falschen Menschen –
oder niemand.
Ein gutes Buch,
das als etwas anderes verkauft wird,
verfehlt sein Publikum.
Geduld und Zeitfaktor
Auch Geduld spielt eine Rolle.
Nicht jedes Buch zündet sofort.
Manche brauchen Zeit.
Andere brauchen Fürsprecher.
Und manche finden ihre Leser erst,
wenn der erste Hype längst vorbei ist.
Was Scheitern bedeutet
Scheitern heißt in diesem Zusammenhang
nicht wertlos zu sein.
Es heißt oft nur,
nicht angekommen zu sein.
Die Verantwortung des Verlags
Als Verlag müssen wir das aushalten.
Und ehrlich benennen.
Nicht jedes gute Buch wird erfolgreich.
Aber jedes erfolgreiche Buch
muss gut genug sein,
um zu bleiben.
Diese Unterscheidung ist schmerzhaft.
Aber notwendig.