Leseprobe: „Crowe die Krähe“ – Kapitel 1 (Auszug)

Auszüge

Leseprobe: „Crowe die Krähe“ – Kapitel 1 (Auszug)
Hier ist ein Auszug aus Kapitel 1 von Crowe die Krähe.

KAPITEL 1 – Der Traum von der See (Auszug)

So packte ich eines Morgens meine wenigen Habseligkeiten – ein Hemd, ein Stück Brot, ein Notizbuch und ein Stift – und machte mich auf den Weg zum Hafen.

Das Meer hatte mich schon immer gerufen.

Nicht so, wie man von einem Ort träumt, den man auf einer Karte gesehen hat, sondern wie etwas, das man im Inneren spürt, ohne es erklären zu können. Es war ein Versprechen, ein Rätsel, vielleicht auch nur eine Flucht.

Die Leute in meinem Dorf redeten nicht viel über Träume. Sie redeten über Arbeit, über schlechte Ernten und über Tage, die zu schnell vergingen. Aber wenn abends der Wind über die Felder strich und das Feuer knisterte, dann erzählten manche leiser – als würden sie nicht wollen, dass die Worte zu echt werden.

Dann ging es um die See.

Von Stürmen, von Schätzen, von Tod und von Ruhm.

Ich wusste nicht, ob ich zurückkehren würde. Aber ich wusste, dass ich nicht bleiben konnte, um irgendwann ein Mann zu werden, der nur noch davon erzählt, was er alles hätte tun können.

Ich war kein Held. Noch nicht. Vielleicht auch nie.

Aber ich war bereit, es herauszufinden.

Der Hafen empfing mich nicht mit offenen Armen, sondern mit einem Faustschlag aus Lärm und Gestank. Überall schrien Menschen durcheinander, Holz knarrte, Taue schabten über Planken, und zwischen all dem Gedränge stank es nach Teer, Fisch und billigem Rum.

Ich blieb einen Augenblick stehen und sog die Luft ein.

So roch also die Welt da draußen.

Die Schiffe lagen an der Pier wie schlafende Riesen. Manche waren klein und schmal, als wollten sie sich heimlich davonstehlen. Andere wirkten so massig, dass ich nicht begreifen konnte, wie sie überhaupt schwimmen konnten.

Über den Masten flatterten Fahnen, zerrissen und verblasst. Männer schleppten Kisten, fluchten, lachten, spuckten ins Wasser.

Und ich stand dazwischen, mit meinem Brot und meinem Notizbuch, und fühlte mich plötzlich sehr klein.

Doch gleichzeitig – und das war das Verrückte daran – fühlte ich mich zum ersten Mal am richtigen Ort.


Crowe - Die Krähe erscheint bald

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