Kürzen fühlt sich selten gut an.
Schon gar nicht für die, die den Text geschrieben haben.
Jeder Satz hat Zeit gekostet.
Jede Szene eine Entscheidung.
Und vieles davon fühlt sich notwendig an – zumindest im Moment des Schreibens.
Doch Texte entstehen nicht durch Hinzufügen allein.
Sie entstehen durch Auswahl.
Warum Kürzen notwendig ist
Beim Kürzen geht es nicht darum, Texte zu zerstören.
Sondern darum, sie lesbar zu machen.
Zu lange Passagen verlieren Spannung.
Zu viele Gedanken verwässern den Kern.
Und zu viel Erklärung nimmt dem Text die Kraft.
Das eigentliche Problem ist Entscheidung
Das Schwierige am Kürzen ist nicht das Streichen.
Es ist das Entscheiden.
Welche Szenen tragen wirklich?
Welche Sätze bewegen etwas?
Und was ist nur da, weil man es nicht loslassen wollte?
Ehrlichkeit gegenüber dem Text
Kürzen zwingt zur Ehrlichkeit.
Gegenüber dem Text.
Und gegenüber sich selbst.
Fast immer wird ein Text klarer, wenn er kürzer wird.
Nicht einfacher.
Aber präziser.
Der Schmerz beim Kürzen ist real.
Aber er vergeht.
Was bleibt, ist ein Text, der weiß, was er will.
Und der den Leser ernst nimmt.
Das ist der eigentliche Gewinn.
